Sind Fringe-Phänomene möglich? Teil 1: Teleportation

Es ist mal wieder Zeit für eine SpeedSpiration-Frage. Carolin Neumanns Frage war: Sind Fringe-Phänomene möglich? Nun wäre es sehr umfangreich alle Fringe-Phänomene auf ihren realistischen Gehalt hin zu prüfen, weswegen ich sie bat drei Phänomene auszusuchen. Sie hat sich für „Teleportation“, „Shapeshifting“ und „Zeitreisen“ entschieden. Los geht’s mit „Teleportation“.

 

In Folge zehn der ersten Staffel teleportiert sich David Robert Jones aus dem fiktionalen „Wissenschaft-Prison“ in der Nähe von Frankfurt nach „Little Hill Field“ in der Nähe von Boston, Massachusetts. Er benutzt dafür eine Maschine namens „DizRay“, entwickelt von unserem allseits beliebten, verrückten Professor Walter Bishop.
Fringe_Teleport_BeitragWer hat sich das nicht schon einmal gewünscht? Statt einer kraft- und nervenraubende Reise, einfach per Beam-Vorrichtung jeden beliebigen Ort ohne Zeitverlust besuchen? „Beam me up“ und wir könnten mal schnell Kaffee trinken in Neuseeland und zum Abendessen wieder daheim sein. Was wäre das schön!

 

Teleportation ist auf Quantenebene möglich (Erklärung zu „Quant“). Der erste erfolgreiche Versuch fand bereits 1998 statt, als Forscher am California Institute of Technology (kurz: Caltech) die Information eines Photons scannten und sie gut einen Meter teleportierten. 2002 ließen australische und neuseeländische Forscher einen Laserstrahls verschwinden und an anderer Stelle wieder auftauchen. Dänische Forscher schafften es 2006 erstmals Objekte unterschiedlicher Natur zu teleportieren. Sie teleportierten den Quantenzustand eines Lichtimpulses zu einem makroskopischen Objekt. In den letzten Jahren wurden die Abstände über die teleportiert immer größer. Derzeit liegt der Rekord bei 230 Kilometer – von Teneriffa nach LaPalma.

 

Alle Methoden bisheriger Teleportationen bedienen sich eines quantenmechanischen Phänomens, dass „Quantenverschränkung“ genannt wird. Vereinfacht ausgedrückt gehen bei diesem Phänomen zwei oder mehr Teilchen eine Verbindung miteinander ein. Diese ist nicht physisch, das heißt egal wie weit die beiden Teilchen voneinander entfernt sind, sie haben immer die gleichen physikalischen Eigenschaften. Und wenn man den Zustand eines Teilchens ändert, ändert sich der Zustand des anderen ebenfalls. Wie gesagt, das ist sehr vereinfacht ausgedrückt. Wer es genauer wissen möchte sollte sich dieses sehr detaillierte Video zur Quantenverschränkung ansehen.

Die Teleportation mittels Quantenverschränkung transportiert also letzten Endes keine Materie, sondern Information und ist deshalb interessant für zukünftige Datenübertragung. Damit wir Informationen schneller als das Licht übertragen können.

 

Würden wir das System der Quantenteleportation auf das teleportieren von Menschen übertragen, hieße das die Information (= die Zusammensetzung der Atome) zu scannen und an Hand der Informationen an anderer Stelle neue Atome genau so zusammenzusetzen. Aber was macht man dann mit den alten Atomen? Mal ganz davon abgesehen, dass die Maschine die 1028 Atome, die ein menschlicher Körper so hat, scannen kann, unvorstellbar groß und leistungsfähig sein müsste. Und erst die Maschine, die sie wieder zusammen setzen muss…

Die Teleportation von Menschen oder das „Beamen“ ist also rein theoretisch möglich – zumindest verletzt die Theorie kein physikalisches Gesetz – doch die Technik dafür ist schlichtweg unvorstellbar und und die möglichen Schäden für das Lebewesen möglich unüberschaubar. Hierzu empfehle ich die wundervollen Ausführungen von Dr. Harald Lesch zum Thema Beamen.

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